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2018-07-12 | Corporate

Praktischer Helfer für viele Proben

Gute Geschichten wie jene, die wir zu Kindertagen von den Eltern erzählt bekamen, beginnen oft mit „es war einmal“. So auch diese. Es war also einmal ein Rheometer, ein Messgerät, mit dem sich die Verformung und das Fließverhalten von Materialien bestimmen lassen. Eigentlich nicht eines, sondern gleich vier, allesamt High-Tech-Geräte von Anton Paar mit gefinkelten Detaillösungen. Diese Geräte namens MCR 102, MCR 302, MCR 502 und MCR 702 können alle rheometrischen Anforderungen erfüllen, die das messtechnische Herz begehrt. Nur eines können sie nicht: automatisch viele Proben messen.

Just diese Anforderung stellte ein großer Autobauer in Europa und damit war das System „HTR“ aus der Taufe gehoben, erzählt Alexander Schmied, Projektleiter für das HTR-System von Anton Paar. „HTR“ steht für „high throughput rheology“ oder Hochdurchsatz-Rheologie und verbindet die Anton Paar Rheometer mit einem automatischen Probenwechsel-System. Das System ist der Nachfolger das ASC32 und wird in der Version „HTR compact“ (mit dem MCR 102 und MCR 302) und „HTR“ (mit dem MCR 502 und MCR 702) geliefert.

Zuletzt hat ein weiterer Automobilkonzern drei HTR compact bestellt. In diesen Geräten finden bis zu 36 Proben Platz. Für größere oder kleinere Probenmengen stehen zwei Messbechertypen zur Verfügung. Im ersten Schritt nimmt ein mit Druckluft betriebener Greifarm einen mit einer Probe gefüllten Messbecher und platziert ihn, falls gewünscht, in einer Temperierkammer für Temperaturen von -10 bis 80 °C. Bis zu drei solcher Kammern sind im HTR compact möglich. Wenn die Temperatur passt, wird die Probe automatisch ins MCR-Rheometer transferiert und dort gemessen. Eine Messung dauert je nach Anforderung eine Minute bis zu mehreren Stunden. Nach jeder Analyse reinigt das Gerät die Messspindel vollautomatisch und stellt den Messbecher zurück.

„Das System misst bis zu 36 Proben selbstständig durch. Meist passiert das über Nacht“, erklärt Projektleiter Alexander Schmied. Das erste derartige Messgerät ging 2016 an besagten Autobauer, wo man die Qualität der angelieferten Autolacke vollautomatisch prüft. Dasselbe passiert bei einem anderen Autohersteller, der eben  drei Geräte bestellt. Eine weiteres Gerät kommt bei einem Konsumgüterhersteller in Zentraleuropa zum Einsatz, um Zahnpasta und Shampoos zu analysieren.

Die Lieferzeit für die HTR-Lösungen – am häufigsten wird das Modell HTR 302 compact bestellt – beträgt rund sechs Monate. Der Zusammenbau bei Automation & Robotics in der Anton Paar Zentrale in Graz dauert rund eineinhalb Monate, dann folgen Tests mit Kundenproben und erst nach der Abnahme durch den Besteller wird das HTR-System in einer Holzkiste verschickt. Das Rheometer wird extra geliefert, vor Ort eingebaut und in Betrieb genommen.

Viele alte Geschichten enden nun mit „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“. Tatsächlich sind viele Anton Paar Geräte im Einsatz, die ein stattliches Alter erreicht haben und noch immer funktionieren wie am ersten Tag. Als Manifestation von Präzision und Qualität. Das HTR System hat diese Zukunft nun vor sich.