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2015-09-15 | Corporate

Wissenschaftspreis für Physik 2015 von Anton Paar

Die Förderung von Naturwissenschaft und Technik ist Anton Paar ein großes Anliegen. Jedes Jahr vergeben wir zwei Auszeichnungen: eine für Physik und eine für Chemie. Der Wissenschaftspreis von Anton Paar für Physik geht 2015 an Dr. Dominik Göbl für seine Dissertation "Electronic stopping and charge exchange of slow light ions in metals and semiconductors", eingereicht an der Johannes Kepler Universität in Linz.

Um was geht es in der von Anton Paar ausgezeichneten Forschungsarbeit? Der junge Physiker gibt Einblick:

Dr. Dominik Göbl: "Die Funktionsweise von so alltäglichen Dingen wie etwa der Antihaftbeschichtung einer Bratpfanne oder Katalysatoren in Autos basiert darauf, dass die Oberfläche aus Atomen und Molekülen mit bestimmten Eigenschaften besteht. Auch für viele Zukunftstechnologien, wie zum Beispiel neuartige Solarzellen, werden spezielle Oberflächen benötigt. Um in diesen Bereichen neue Entwicklungen voranzutreiben, braucht es Methoden, mit denen man herausfinden kann, wie eine Oberfläche genau zusammengesetzt ist.

Eine solche Methode ist die Niederenergie-Ionenstreuung. Das Prinzip ist denkbar einfach: Man nimmt ein Heliumion (das Projektil) und schießt es auf eine Oberfläche. Dort kollidiert das Ion mit einem Oberflächenatom und wird abgelenkt - diesen Prozess nennt man Streuung. Zwischen den Streuprozessen gibt das Projektil Energie an jene Elektronen ab, die sich zwischen den Oberflächenatomen aufhalten. Man spricht von elektronischem Energieverlust.

Heliumionen werden sehr schnell neutralisiert, wenn sie in die Oberfläche eindringen. Misst man nur die rückgestreuten Heliumionen, erhält man Informationen über die äußersten Atomlagen. Um die Messungen richtig auszuwerten, ist es entscheidend zu wissen, wie gut die Ionen an der Oberfläche neutralisiert werden und wie viel Energie die Projektile an die Elektronen abgeben. Diesen beiden Prozessen, dem Ladungsaustausch und dem elektronischen Energieverlust, widmete ich mich in meiner Dissertation. In beiden Bereichen konnte ich zu einer wesentlichen Verbesserung des Verständnisses beitragen.

Die Ergebnisse meiner Arbeit erweitern das Grundlagenverständnis der beteiligten Prozesse und führen zusätzlich zu einer höheren Genauigkeit bei der Auswertung von Messungen in der Niederenergie-Ionenstreuung. Diese Methode wird sowohl zur Erforschung neuer Technologien für Brennstoffzellen, zur Suche geeigneter Materialien für Fusionsreaktoren als auch zur Entwicklung der nächsten Generation von Computerchips eingesetzt."

 

Dr. Dominik Göbl absolvierte die HTBLA für EDV & Organisation in Leonding, studierte an der Johannes Kepler Universität in Linz "Technische Physik" und verfasste dort auch die Dissertation, für die er 2015 den Wissenschaftspreis für Physik von Anton Paar verliehen bekam.